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26.04.2010

Hessentag 2010, Stadtallendorf, 28. Mai bis 6. Juni

Informationen zur Präsentation des DSA auf dem Hessentag 2010, Stand des HMWK, Halle 1

Sprechen und Sprache erscheinen uns als etwas Natürliches, mit dem jeder von uns selbstverständlich umgeht. Dabei wird Sprache von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, von denen die Region, in der sie gesprochen wird, nur einer ist. Aber auch beispielsweise das soziale Umfeld beeinflusst den Umgang mit Sprache.

Die Sprachwissenschaft beschäftigte sich bislang hauptsächlich mit der Hochsprache und mit alten Lokaldialekten. Heute aber dominieren in den Alltagsgesprächen der Hessen „moderne Regionalsprachen“, also Formen des regional geprägten Sprechens zwischen Dialekt und Hochdeutsch − das gilt für Kneipengespräche ebenso wie für den Sprachgebrauch in Radio und Fernsehen.

Diese modernen Regionalsprachen werden am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas in dem von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz) geförderten Projekt „Regionalsprache.de (REDE)“ flächendeckend für das deutsche Bundesgebiet untersucht. Generations-
und situationsübergreifend werden hierzu unter anderem auch Sprachgebrauch und -einstellung hessischer Informanten untersucht.

Ziel ist der Aufbau einer interaktiven Informationsstruktur, in der die neu erhobenen Daten mit den Forschungsergebnissen der Vergangenheit in Beziehung gesetzt werden können: Ein webgestütztes Informationssystem, das es Nutzern ermöglicht, sich über die Entwicklung der Sprachdynamik in Deutschland über weit mehr als ein Jahrhundert zu informieren und sie zu studieren − mit interessanten Resultaten.

So deuten Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass sich in bestimmten Regionen Hessens der Dialekt in den vergangenen 140 Jahren − entgegen weit verbreiteter Annahmen − kaum verändert hat, während er beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet eine starke Dynamik aufweist. Neben der sprachwissenschaftlichen Grundlagenforschung eröffnet das Projekt REDE vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. So lässt sich die Sprechererkennung optimieren, und damit die Fahndung nach Straftätern noch effizienter gestalten. Weitere Anwendungsmöglichkeiten liegen im Rahmen kommerzieller Sprachverarbeitungssysteme mit der Erkennung, Berücksichtigung und Verarbeitung regionaler Sprachcharakteristika, sowie im Bereich des Sprachunterrichts. Hier kann etwa im Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“ anschaulich vermittelt werden, welche Variationsbreite die deutsche Sprache aufweist.

Siehe auch: Flyer

Kontakt

Alexander Werth
Philipps-Universität Marburg
Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas
Hermann-Jacobsohn-Weg 3
35032 Marburg

Tel.: 06421-2824475
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 · Alexander Werth

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas, Hermann-Jacobsohn-Weg 3, D-35032 Marburg
Tel. 06421 28-22483, Fax 06421 28-28936, E-Mail: dsa@staff.uni-marburg.de

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