Scientific Skills
Variativer Spracherwerb (Promotionsthema)
Im Wesentlichen versuche ich mit dieser Arbeit kindlichen Spracherwerb unter variationslinguistischer Perspektive zu untersuchen, d.h. welche regionalen/dialektalen Varianten werden unter welchen kommunikativen Bedingungen erworben. Dazu wird konkretes Sprachmaterial der Kinder in ihren Familien und mit Freunden generationsübergreifend in verschiedenen Kommunikationssituationen erhoben und analysiert. Nach einer aufwendigen Entwicklung kindgerechter Methoden, werden nun sukzessive Sprachdaten mit Kindern aus der Kleinstadtregion Wittlich/Eifel erhoben.
- (i.V.) Spracherwerb und Sprachvariation. Eine
phonetisch-phonologische Analyse zum regionalen Erstspracherwerb im
Moselfränkischen (Wittlich/Eifel). — Marburg: Philipps-Universität
[Promotionsprojekt].
- (eingereicht) Role-playing as an environment
for the acquisition of the switching/shifting competence in
children
- (2010) Varietäten- und Variationserwerb. Erste Ergebnisse und Methodologie einer laufenden Studie zum regionalen Erstspracherwerb im Westmitteldeutschen (Wittlich/Eifel). — In: Christen, Helen / Germann, Sibylle / Haas, Walter / Montefiori, Nadia / Ruef, Hans (Hgg.): Alemannische Dialektologie: Wege in die Zukunft. Beiträge zur 16. Arbeitstagung für alemannische Dialektologiein Freiburg/Fribourg vom 07.-10.09.2008. — Stuttgart: Steiner (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beiheft 141), S. 159-72.
Sprachliche Synchronisierung (Magisterarbeit)
Im Zentrum der Sprachdynamik-Theorie,
die derzeit von Schmidt/Herrgen (i.E.) entwickelt wird, steht ein
individuell kognitiver Prozess, der als Synchronisierung bezeichnet
wird, und die Tatsache beschreibt, dass Individuen ihre partiell
differierenden Sprachkompetenzen in sprachlicher Interaktion
“abgleichen”. Mit diesem neuen theoretischen Ansatz habe ich mich in
meiner Magisterarbeit theoretisch und empirisch auseinandergesetzt, in
dem ich eine erste empirische und vor allem methodische Sondierung
vorgenommen habe.
Ziel der Arbeit ist es, zu zeigen, wie sich kognitive Umstrukturierungen bzw. Ergänzungen durch den Abgleich von Sprachproduktions- und Sprachverstehensakten erstens methodisch auf der Ebene sprachlichen Verhaltens fassen lassen und zweitens wie diese in einem Fallbeispiel aussehen. Als konkretes Beispiel dient der Sprachgebrauch einer Informantin, die dauerhaft ihre regionalsprachliche Primärumgebung (alemannisch) gewechselt hat und in ihrer neuen sprachlichen Umgebung (moselfränkisch) in vier synchronisierungsrelevanten Situationen aufgezeichnet und variablenanalytisch auf phonetisch/phonologischer/morphologischer Ebene analysiert wird. Die Analysen zeigen, dass die kommunikativen Anforderungen der neuen Umgebung zu einer Anpassung der aktiven Kompetenz der Informantin führten: Ein Teil der exklusiv alemannischen Varianten wird in der Kommunikation mit Sprechern der neuen Umgebung mit standardsprachlichen oder sogar moselfränkischen Varianten ersetzt.
Im Gesamtergebnis wird deutlich, dass die individuellen Synchronisierungseffekte, die sich für die Informantin aus dem Kontakt mit Sprechern beider Regionalsprachen ergeben, für die Theorie sprechen und sich somit die Dynamik von Sprache erklären lässt.
- (2010) Individuelle Varietätenkompetenz und kommunikative Anforderungen. Sprachliche Synchronisierung und Binnenmigration zwischen Schwäbisch und Moselfränkisch. — In: Katerbow, Matthias / Werth, Alexander (Hgg.): Moderne Regionalsprachen als multidimensionales Forschungsfeld. — Hildesheim: Olms (Germanistische Linguistik 210), 39-67.
- (2005) Synchronisierung. Eine empirische Untersuchung im Rahmen der Sprachdynamik-Theorie. — Marburg: Philipps-Universität (unveröffentlicht).

