Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (DSA)
 
  Startseite  
 

Arbeitsgebiete


zentrale Arbeitsgebiete:

  • Variationslinguistik, Regionalsprachenfoschung
  • Perzeptionslinguistik, Soziolinguistik
  • Semiotik, Sprachphilosophie
  • Erschließung historischer Sprachkorpora des Deutschen (Digitalisierung, Restauration)

 

Regionalsprache und Hörerurteil - Grundzüge einer perzeptiven Variationslinguistik (abgeschlossenes Dissertationsprojekt):

Seit meiner Magisterarbeit (Purschke 2003) beschäftige ich mich mit der Hörerseite variationslinguistischer Forschung. Die Erforschung der modernen Regionalsprachen hat in den letzten Jahren erste wichtige Ergebnisse im Hinblick auf deren Struktur und Dynamik hervorgebracht. Ob allerdings und in welchem Maße die Ergebnisse dieser modernen Variationslinguistik in Zusammenhang stehen mit der Wahrnehmung der Hörer, ist bislang weitgehend ungeklärt. Dabei ist der Aspekt der individuellen Wahrnehmung und Bewertung von (regionaler) Sprache von zentraler Bedeutung für die Dynamik sprachlicher Systeme. Eine Kontrastierung objektiver und subjektiver Daten also verspricht wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen der linguistischen Klassifikation regionaler Sprache und der subjektiven Bewertung dieser Sprache durch die Sprecher selbst. Entscheidend in diesem Zusammenhang ist die Erhebung und Aufbereitung der subjektiven Daten in einer Weise, die eine exakte Gegenüberstellung der beiden Datentypen ermöglicht. Ein zentraler Aspekt meiner Arbeit besteht also in der Entwicklung und Erprobung von Methoden, mittels derer sich die subjektiven Urteile der Hörer exakt messen, quantifizieren und auf objektive Daten beziehen lassen.

Im ersten Teil der Arbeit wird eine "Theorie des Hörerurteils" vorgestellt, die den Vorgang des Beurteilens von Sprache als komplexen kognitiven Prozess modelliert, der wesentlich von den Gegenbenheiten und Erfordernissen der Situation sowie 3 zentralen Prozessen der Perzeption, Kognition und Projektion regionalsprachlicher Informationen abhängt. Alle Parameter des Modells werden vor dem Hintergrund der aktuellen internationalen Fpschungsliteratur ausführlich diskutiert und im Hinblich auf die besondere Situation "Perzeptionsexperiment" hin zugespitzt. Darüber hinaus wird ein Beschreibungsmodell für regionalsprachliche Wissensstrukturen vorgestellt, das die Struktur, Dynamik und Organisation von Sprachraumkonzepten operationalisiert. Ausgehend vom Regionalsprachenkonzept von Schmidt/Herrgen (2011) werden zudem, im Hinblick auf die empirische Untersuchung von Srachraumgrenzen mit perzetionslinguistischen Methoden, Kriterien für subjektive Grenzen entwickelt, die von der individuellen Perzeotion und Kognition sprachlicher Differenzen ausgehen.

Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der empririschen Untersuchung regionalsprachlicher Wissenskonzepte und Grenzen im Hörerurteil. Am Beispiel der regionalsprachlichen Räume Hessens wird dabei mit Hilfe einer Reihe empirischer Studien zunächt die sematische Komplexität von Sprachraumkonzepten aufgezeigt. In einem zweiten Schritt werden dann Grenzen zwischen Dialektverbände af ihre perzeptive Distinktheit und konzptuelle Relevanz hin überprüft. Am Beispiel des rheinfränkisch-moselfränkischen (a) sowie des thüringisch-obersächsischen Übergangsraums (b) läßt sich zeigen, daß sich sowohl stabile Grenzen (a) als auch instabile Übergangsräume (b) im Hörerurteil abbilden lassen und daß diese unterschiedlichen Hörergrenzen in Zusammenhang mit individuellen Relevanzsystemen stehen.

            

regionalsprache.de (REDE):

Gegenstand des Projekts ist es, zwei der gravierendsten Desiderate der langen Geschichte der Erforschung der deutschen Sprache zu beheben: Zum Ersten liegen, obwohl die deutsche Basisdialekte seit 180 Jahren (Schmeller 1821) intensiv erforscht wurden, zu den „modernen Regionalsprachen“, d. h. den sprachlichen Variationsräumen, die in der Gegenwart die gesprochene Alltagssprache der meisten Sprachteilhaber darstellen, keine umfassenden Beschreibungen vor. Zum Zweiten fehlt eine Informationsstruktur, die es erlaubt, die zahlreichen Forschungsmaterialien und -resultate der Vergangenheit unmittelbar aufeinander und auf die neu zu erhebenden modernen Regionalsprachen zu beziehen und analytisch zu integrieren. Ziel des Projekts ist daher die erstmalige systematische Erschließung der modernen Regionalsprachen des Deutschen.

Dieses umfassende Ziel gliedert sich in zwei Teilziele:

Aufbau eines forschungszentrierten Informationssystems zu den modernen Regionalsprachen des Deutschen, in dem die bisher vorliegenden immensen Datenbestände der dialektologischen, soziolinguistischen und variationslinguistischen Forschung gebündelt, aufeinander bezogen und so der Forschung für systematische vergleichende Analysen und der Öffentlichkeit als Informationsquelle zur Verfügung stehen.
Ersterhebung und Analyse der variationslinguistischen Struktur und Dynamik der modernen Regionalsprachen des Deutschen. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, den Variationsraum, der diese modernen Regionalsprachen kennzeichnet und der durch die Elemente „Regionalakzent“ (standardnächster Pol), „Dialekt“ (standardfernster Pol) und ein intermediäres Varietätengefüge konstituiert wird, zu erheben und zu analysieren.

www.regionalsprache.de

Im Rahmen des Projekts bin ich verantwortlich für die Digitalisierung, Restauration, wissenschaftliche Bearbeitung und Integration von regionalsprachichen Tonkorpora. Weitere Informationen hier.

  

    

abgeschlossene Projekte:

    

Digitaler Wenkeratlas:

Georg Wenkers "Sprachatlas des Deutschen Reichs" (Erhebungszeitraum 1876-1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt. Mit seinen über 40.000 Erhebungsorten (ohne die Orte aus den Nacherhebungen) stellt er die einzige Gesamterhebung und kartographische Darstellung der Dialekte einer Sprache dar. Die 1.668 handgezeichneten Karten mit ihrer nie mehr erreichten Anschaulichkeit sind ein kulturhistorisches Gut ersten Ranges. Deshalb soll der gefährdete Atlas (die 22 Farben beginnen zu verblassen), der aus technischen und finanziellen Gründen niemals zur Publikation gelangt ist, gesichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zu diesem Zweck wird das Kartenwerk des Wenker-Atlasses gegenwärtig verfilmt, digitalisiert, mittels verschiedener Datenbanksysteme erschlossen und im Internet publiziert.

www.diwa.info

Im Rahmen des Atlasprojektes war ich verantwortlich für die Digitalisierung, Restaurierung, Archivierung und wissenschaftliche Aufbereitung von regionalsprachlichen Tonaufnahmen zu den Wenkersätzen.

             

Zuletzt aktualisiert: 19.07.2011 · purschke

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas, Hermann-Jacobsohn-Weg 3, D-35032 Marburg
Tel. 06421 28-22483, Fax 06421 28-28936, E-Mail: dsa@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.deutscher-sprachatlas.de/mitarbeiter/purschke/arbeit

Impressum